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10. Österreichischer Radgipfel inspiriert zu neuen Lösungsansätzen

Am 19. Mai 2017 fand die 2. Hälfte des Österreichischen Radgipfels in Wörgl statt. Auch an diesem Tag standen abwechslungsreiche Fachvorträge auf der Agenda der Jubiläumsauflage. Zusätzlich gab es auch ein moderiertes Gespräch zum Radverkehr mit politischen Größen aus dem Alpenraum.

Am zweiten Tag der Jubiläumsauflage standen abwechslungsreiche Fachvorträge auf der Agenda des 10. Österreichischen Radgipfels. Aber auch außerhalb der offiziellen Programmpunkte zeigte sich die Veranstaltung als ideale Plattform, um sich miteinander zu vernetzen und von anderen zu lernen. In erster Linie referierten Vortragende aus dem Alpenraum und stellten positive Beispiele aus Österreich, Norditalien, Süddeutschland und der Schweiz vor.

Abgerundet wurde das Programm am Freitag durch ein moderiertes Gespräch zum Radverkehr mit politischen Größen aus dem Alpenraum. Auf der Bühne versammelten sich Bundesminister Andrä Rupprechter, Landtagsabgeordneter Hermann Weratschnig und der Landesrat der autonomen Provinz Bozen-Südtirol, Florian Mussner. „Vor 25 Jahren wurde mit dem Beschluss zur Alpenkonvention ein wichtiger Schritt für die nachhaltige Entwicklung des Alpenraums gesetzt. Auch der Klimavertrag von Paris war ein Meilenstein für das ökologische Verantwortungsbewusstsein. Damit wir die gemeinsamen Ziele erfolgreich umsetzen können, braucht es auch im Alpenraum eine Mobilitätswende. Der Radverkehr spielt dabei eine Schlüsselrolle. Die Hälfte aller Autofahrten ist kürzer als fünf Kilometer – eine ideale Distanz für das Elektro-Fahrrad,“ so Bundesminister Andrä Rupprechter. Als zentraler Faktor der Standortsicherung Tirols sieht Weratschnig die Reduktion der Stickstoffdioxide. Radfahren kann an dieser Stelle einen wichtigen Beitrag leisten. „Wir müssen das Rad sichtbar machen. Beispielsweise gehören Radabstellplätze in Szene gesetzt und nicht versteckt. Hier braucht es auch ein Umdenken bei den Bauträgern und Gemeinden“, so Weratschnig. Der Landtagsabgeordnete betont in seiner Ansprache, dass in vielen Gemeinden bereits tolle Radwege entstanden sind. Ein Defizit bestehe noch bei den überregionalen Verbindungen. Bis 2025 soll der Radverkehr in Tirol laut Bundesminister Rupprechter von 7 auf 14 Prozent verdoppelt werden. „Wir müssen den Menschen klar machen, dass Klimaschutz letztendlich auch Spaß machen kann“, so der Bundesminister. Zum Beispiel, in dem man - statt im Stau zu stehen - in die Pedale tritt. In Südtirol gibt es bereits eine fortschrittliche Infrastruktur für Radfahrer. „In der Stadt Bozen haben wir auf insgesamt 48 Kilometern Radwege ausgebaut, die sehr gut von der Bevölkerung angenommen werden. Diese Erfolge möchten wir auch in ländlichen Bereichen erzielen“, so Mussner. Laut dem Landesrat ist jeder einzelne Mensch Botschafter und kann etwas bewirken, wenn es darum geht, vom Auto auf das Rad umzusteigen.

klimaaktiv mobil Radprojekte ausgezeichnet

Mit dem klimaaktiv mobil Programm unterstützt das BMLFUW Österreichs Städte, Gemeinden und Betriebe mit Förderungen und Beratungsprogrammen bei der Mobilitätswende. Mehr als 8.400 klimaaktiv mobil Partner und Projekte sparen pro Jahr 640.000 Tonnen CO2. Mit einer Fördersumme von bisher rund 87,5 Millionen Euro wurden Investitionen in die Mobilitätswende von 510 Millionen Euro ausgelöst und rund 6.000 green jobs geschaffen oder gesichert. Beim Österreichischen Radgipfel wurden 97 neue klimaaktiv mobil Radprojekte ausgezeichnet. Die Projekte reichen vom Radwegebau über Bewusstseinsbildung bis zur Anschaffung von Elektro-Fahrrädern sowie Errichtung von Radverleihsystemen, Fahrradparkplätzen und E-Ladestationen. Insgesamt ersparen die ausgezeichneten Radprojekte jährlich 103.000 Tonnen CO2 und 288 GWh Energie – das entspricht der Energie-Jahresproduktion des Inn-Kraftwerks Oberaudorf. Fotos und weitere Informationen zu den Auszeichnungen finden Sie unter https://www.klimaaktiv.at/bildgalerie/2017/Radgipfel-Tirol.html.

Facettenreiches Rahmenprogramm

Rund um die Fachvorträge wurde für die Gäste ein spannendes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Sowohl am Donnerstag- als auch am Freitagvormittag konnten Schüler der VS Wörgl 2 beim AUVA-Radworkshop ein praktisches Radfahrtraining mit Hindernisparcours, Schneckenrennen, Notbremsübungen sowie Helm- und Rad-Sicherheitscheck absolvieren. Die Radlobby Österreich präsentierte bei einem Radabstellanlagen-Test die besten Produkte führender Hersteller in den Kategorien Radbügel, Doppelstockparker und Radgaragen. Die Gipfelbesucher konnten die Produkte testen. Die Testergebnisse werden in einer Broschüre zusammengefasst und als Planungsempfehlung für Gemeinden, Bauherren und Planer publiziert. Zusätzlich fand am Freitag Nachmittag eine gemeinsame Fahrradexkursion in der Ferienregion Hohe Salve statt.

Veranstalter ziehen Resümee

Die Veranstalter und Initiatoren - die Stadtwerke Wörgl gemeinsam mit dem Klimabündnis Tirol und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft - sind mit dem Verlauf des 10. Österreichischen Radgipfels mehr als zufrieden. „Ich bin besonders beeindruckt von der Vielfältigkeit der Themen, die beim Österreichischen Radgipfel aufgezeigt worden sind. Die Veranstaltung war spannend und sehr gut besucht. Ich bin überzeugt, der Radgipfel hat viele Besucher inspiriert und neue Ideen ins Leben gerufen“, so Reinhard Jennewein, Geschäftsführer der Stadtwerke Wörgl. „Für unsere Stadt ist es eine besondere Ehre, dass Wörgl als erste Nicht-Landeshauptstadt den Österreichischen Radgipfel austragen durfte“, so Bürgermeisterin Hedi Wechner. 

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